Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| Silvretta-Hochalpenstraße, Vorarlberger Rampe Partenen – Bielerhöhe | Nach Felssturz und Murenabgängen 2024 und 2025 hat die Betreiberin illwerke vkw die Vorarlberger Seite komplett gesperrt. Teile der Straße werden verlegt und Schutzdämme gebaut, gearbeitet wird von 2027 bis 2029. Die Wiedereröffnung ist für Sommer 2030 vorgesehen. | bis voraussichtlich Sommer 2030 |
| Silvretta-Hochalpenstraße, Tiroler Rampe Galtür – Bielerhöhe | Die Auffahrt aus dem Paznaun bleibt als einzige Zufahrt zur Bielerhöhe befahrbar und ist während der Bauzeit mautfrei. Über den Winter ist sie wie üblich gesperrt, 2026 wurde sie am 4. Juni freigegeben. | Wintersperre bis Anfang Juni |
| L51 Laternser Straße (Furkajoch), Bad Laterns – Jägerstüble | Das Land Vorarlberg verhängt auf diesem Abschnitt jeden Winter eine Sperre, zuletzt ab dem 24. November. Aufgehoben wird sie erst im Frühjahr nach der Räumung. | Wintersperre ab Ende November |
| B198 Lechtalstraße ab Steeg (Grenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech | Direkt hinter der Landesgrenze beginnt das Tiroler Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch über 95 dB(A) laut Zulassungsschein. Das Land Tirol verordnet es jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober, Ausnahmen gibt es keine. | 15. April bis 31. Oktober |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Silvretta-Sperre, Jöcher und Lärmkontrollen: Fahren in Vorarlberg
Vorarlberg ist kein Land der ganz großen Höhenmeter, aber eines der dichten, abwechslungsreichen Pässe. Auf engem Raum reihen sich offene Panoramastraßen, kurvige Waldstrecken und hochalpine Jöcher aneinander. Der Anspruch springt dabei innerhalb weniger Stunden: Wer im Bregenzerwald entspannt rollt, steht am Nachmittag am Furkajoch vor 14 Prozent Steigung und engen Spitzkehren. Der wichtigste Punkt für die Planung steht deshalb gleich am Anfang.

Silvretta-Hochalpenstraße: auf Vorarlberger Seite gesperrt. Das ist die zentrale Information für jeden, der die Region anfährt. Die rund 22 Kilometer lange Hochalpenstraße zwischen Partenen (Vorarlberg) und Galtür (Tirol) über die Bielerhöhe ist auf der Vorarlberger Seite nach Vermurungen 2024 und weiteren Schadensereignissen 2025 gesperrt. Die Betreibergesellschaft illwerke vkw hat ein langfristiges Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das Straßenverlegungen und Schutzdämme vorsieht. Der Zeitplan: Sommer 2026 Eintritt ins Behördenverfahren, im März 2027 möglicher Baubeschluss, danach drei Bausaisonen 2027 bis 2029 – eine Wiedereröffnung für den öffentlichen Verkehr ist frühestens im Sommer 2030 vorgesehen. Wer also die klassische Überquerung von Partenen hinauf zur Bielerhöhe plant, kann das in den nächsten Jahren nicht fahren. Die Bielerhöhe bleibt von der Vorarlberger Seite nur über die Vermuntbahn (Seilbahn samt Tunnelbus) erreichbar – nicht mit dem eigenen Motorrad über die Straße. Von der Tiroler Seite, über das Paznauntal ab Galtür, ist die Silvretta-Hochalpenstraße im Sommerbetrieb hingegen mautfrei befahrbar und führt ebenfalls zur Bielerhöhe. Für die Tagesplanung heißt das: Die Bielerhöhe ist nur eine Stichfahrt über Tirol, kein durchgehender Pass von Vorarlberg aus.
Hochtannbergpass (1.676 m). Über den Hochtannbergpass verläuft die Bregenzerwaldstraße L 200, sie verbindet das Lechtal bei Warth mit dem Bregenzerwald bei Schröcken und Schoppernau. Eine landschaftlich offene, gut ausgebaute Alpenstraße mit klarer Kurvenführung und moderatem fahrerischem Anspruch – ideal für flüssige Linien und weite Panoramablicke. Der eindrucksvollste Abschnitt liegt zwischen Hopfreben und Schröcken, wo es durch Tunnel und Lawinenschutzbauten geht. Diese Bauten haben einen Grund: Das Skigebiet Warth-Schröcken gilt mit rund 10,7 Metern durchschnittlichem Jahresschneefall als eines der schneereichsten der Alpen. Die Passstraße selbst ist im Regelfall ganzjährig offen und wird nur bei extremem Schneefall gesperrt; zwischen Lech und Warth besteht von Dezember bis April eine dauerhafte Wintersperre.
Faschinajoch (1.486 m). Verbindet das Tal der Bregenzer Ach bei Damüls mit dem Lutztal im Großen Walsertal bei Faschina. Die Passstraße wurde 1985 gebaut und ist durch lange Lawinengalerien geschützt. Sie bietet den schnellsten Zugang ins Große Walsertal und hat zwei deutlich unterschiedliche Rampen.

Furkajoch (1.761 m). Der höchste der wenigen Zugänge in den Bregenzerwald, er verbindet das Tal der Bregenzer Ach bei Damüls mit dem Frutztal bei Laterns. Hier steigt der fahrerische Anspruch deutlich: bis zu 14 Prozent Steigung, enge Kurven. Der Anstieg gliedert sich grob in drei Abschnitte – ein gut fahrbarer Teil, ein flacher Teil und ein sehr steiler Schlussabschnitt. Das Furkajoch ist im Winter gesperrt; die Wintersperre wird üblicherweise um Pfingsten aufgehoben. Am Joch liegt eine Jausenstation mit Aussichtsterrasse, die vielen Motorradfahrern als Pausenstopp dient.
Bödele / Losenpass (1.140 m). Eine Panorama-Bergstraße, die Dornbirn mit Schwarzenberg im Bregenzerwald verbindet. Bis zu 14 Prozent Steigung, kurvig hinauf in die ersten Höhen des Bregenzerwaldes, mit Blicken hinab nach Dornbirn und hinüber zum Bodensee. Keine Wintersperre, keine Maut – aber wegen der Steilheit und der Aussichtspunkte gut frequentiert; auf Fußgänger und Ausflugsverkehr achten.
Arlbergpass (1.793 m). Der Klassiker an der Grenze zu Tirol. Die Passstraße führt von St. Anton am Arlberg (1.304 m) über St. Christoph, den Arlbergpass und Stuben hinab nach Langen am Arlberg (1.228 m) im Klostertal – rund 17 Kilometer. Die Vorarlberger Westseite wurde 2014 für 73 Millionen Euro umfassend saniert und hat seither neun Kehren statt vorher fünf. Wichtig: Der Arlbergpass selbst ist die mautfreie Bergstraße – nicht zu verwechseln mit dem darunterliegenden Arlberg-Straßentunnel (S 16), für den eine Sondermaut zusätzlich zur Vignette fällig wird.

Bregenzerwald-Strecken. Abseits der großen Jöcher liegt im Bregenzerwald ein dichtes Netz kurviger, wenig befahrener Landstraßen über Dörfer wie Au, Mellau, Egg, Schwarzenberg und Bezau. Die Region wirbt mit über 50 Pässen und Übergängen – die meisten davon sind schmal und gemütlich zu fahren statt spektakulär hoch. Gerade deshalb eignen sie sich für entspannte Genussetappen zwischen den anspruchsvolleren Pässen.
Lärm- und Tempokontrollen. Österreich nimmt das Thema Motorradlärm ernst. In Vorarlberg selbst gibt es derzeit keine pauschalen Streckensperren für laute Maschinen, im benachbarten Tiroler Außerfern aber sehr wohl: Dort dürfen vom 15. April bis 31. Oktober Motorräder mit einem Standgeräusch über 95 dB bestimmte Strecken nicht befahren – ein Thema, wenn man Touren über die Landesgrenze plant. Generell gelten in Österreich 50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts und auf Schnellstraßen sowie 130 km/h auf der Autobahn. Geschwindigkeitsübertretungen bis 40 km/h können mit Geldstrafen bis 2.180 Euro geahndet werden; darüber drohen Nachschulung oder Führerscheinentzug. Die Promillegrenze liegt in Österreich bei 0,5; für Führerschein-Neulinge und Motorradfahrer unter 20 Jahren gilt die verschärfte Grenze von 0,1. Bei einer Panne hilft der ÖAMTC unter 120, der europaweite Notruf ist die 112. Auf Strecken mit IG-L-Beschränkung (Immissionsschutzgesetz-Luft) fallen die Strafen deutlich höher aus. An den stark befahrenen Pässen mit Anrainern wird beides kontrolliert, Tempo wie Standgeräusch.