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Vorarlberg

Sehenswürdigkeiten in Vorarlberg

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Kultur & Sagen

Vorarlberger Sagen aus den Bergtälern

Vorarlberg, besonders das Montafon und der Bregenzerwald, ist reich an überlieferten Sagen. Sie ranken sich um Bergseen, einsame Almen und die „wilden Leute" der Berge. Die folgende Auswahl gibt Erzählungen wieder, wie sie in den Tälern aufgezeichnet wurden.

Drei Motorräder auf der Passstraße am Hochtannbergpass
Am Hochtannbergpass (1.676 m)

Der Seebutz vom Lünersee. Der Sage nach standen einst zwei Hirten am Ufer des Lünersees, als zu Mariä Himmelfahrt von Brand im Tal die Kirchenglocken zum Gottesdienst läuteten. Der eine Hirte wünschte sich, im Tal die Predigt hören zu können; der andere spottete, es lebten gewiss auch im See Geistliche, einer könne ja heraufkommen und die Feiertagspredigt halten. Da, so erzählt man, erhob sich ein Herr auf einem weißen Pferd aus dem See und predigte dem Spötter mit erhobener Hand. Von Stund an wurde der Hirte still und kränklich – und starb der Sage nach ein Jahr später. Der Name des Seegeistes, Seebutz, ist in den Walsertälern bis heute geläufig.

Die versunkene Alm im Wildried (Silbertal). Im hinteren Silbertal, beim Hochmoor Wildried auf rund 1.500 Metern, soll der Sage nach einst ein reicher, geiziger Bauer gelebt haben. Er verweigerte seinem verstorbenen Vater ein würdiges Begräbnis und wies am Alpfeiertag einen armen Bettler ab, der um etwas Butterschmalz bat – statt Butter füllte er dem Bettler dünn überdeckten Mist ins Gefäß. Der erzürnte Bettler verfluchte den Hof, woraufhin Hof und Bewohner im Moor versanken. Wo heute das stille Hochmoor liegt, soll einst der prächtige Hof gestanden haben.

Die wilden Leute und die Fänggen. Im Bregenzerwald und im Montafon kennt man der Überlieferung nach die „wilden Leute" – Wesen von großer Statur, behaart, in Tierfelle gekleidet, die in Felshöhlen hausten und nur wenige Worte sprachen. Verwandt damit sind die Fänggen, weibliche Waldgeister, die in Vorarlberg und im benachbarten Graubünden eine Rolle spielen und in vielen Sagen als „Waldmütter" auftreten. Wer durch die schattigen Wälder über das Bödele oder ins Große Walsertal fährt, fährt – der Sage nach – durch ihr altes Revier.

Almwiesen und Bergrücken am Furkajoch
Almlandschaft am Furkajoch (1.761 m)

Im Montafon führt ein eigener Sagenwanderweg durch das ehemalige Bergbaugebiet bei Bartholomäberg und Kristberg und erzählt die alten Geschichten an den Orten, an denen sie spielen – ein Ziel für den Tag, an dem das Motorrad stehen bleibt.

Sehenswert

Geschichte & Kultur: lohnende Stopps für Regentage

Wenn die Wolken über den Pässen hängen, hat Vorarlberg ungewöhnlich starke überdachte Alternativen – das Land ist für sein Handwerk, seine Holzbaukultur und seinen Käse weit über die Grenzen hinaus bekannt.

Holzbau und Handwerk im Bregenzerwald. Der Bregenzerwald ist international für zeitgenössische Holzarchitektur bekannt. Zentrum ist der Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch: Rund 85 Handwerksbetriebe – vom Tischler bis zur Textildesignerin – haben sich hier zusammengeschlossen. Das Werkraum-Haus, entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor, wurde im Juli 2013 eröffnet und zeigt Ausstellungen, Wettbewerbe und Vorträge rund um das regionale Handwerk – ideal als überdachter Stopp. In Bezau verbindet das Museum Bezau ein denkmalgeschütztes Bregenzerwälderhaus aus dem 18. Jahrhundert mit moderner Holz-Erweiterung; 2024 wurde es mit der Denkmalschutzmedaille der Republik Österreich ausgezeichnet.

KäseStraße Bregenzerwald. Die KäseStraße ist keine einzelne Straße, sondern ein Netzwerk aus Alpen, Bauern, Wirten, Handwerkern, Sennereien und Händlern, das die Käselandschaft des Bregenzerwaldes verbindet. Über die Mitgliedsbetriebe lassen sich Sennereien und Käsekeller besuchen und regionale Spezialitäten wie Bergkäse und Alpkäse verkosten. Der größte Teil davon findet unter Dach statt und trägt damit auch einen verregneten Nachmittag.

Bergbaugeschichte im Montafon. Das Montafon blickt auf eine über 2.000-jährige Bergbaugeschichte zurück. Im Raum Silbertal–Kristberg–Bartholomäberg wurden im Mittelalter Silber, Kupfer und Eisen abgebaut; die erste urkundliche Erwähnung einer Silbergrube stammt vom 13. Oktober 1319. Das Montafoner Bergbaumuseum in Silbertal (seit 1996, im Gemeindeamt) erzählt diese Geschichte mit einem nachgebauten Schaustollen samt Grubenhunt und Bergmannsfigur, mit Werkzeugen, Erzen und Einblicken in das harte Leben der Bergleute. Ergänzend lassen sich der historische Bergbau am Bartholomäberg und der Silberpfad am Kristberg besuchen.

Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg. Das Museum am Dorfplatz trägt auch einen ganzen Regentag: Von Mai bis Oktober zeigt es wechselnde Ausstellungen mit Originalwerken der Malerin in einem über 450 Jahre alten Bregenzerwälderhaus – Kultur und Holzbaugeschichte unter einem Dach.

Kehrenpakete auf der Silvretta-Mautstraße

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist keine gewöhnliche Landesstraße, sondern eine private Mautstraße mit eigener Betreibergesellschaft; bezahlt wird an der Mautstelle vor der Auffahrt. Betriebszeiten, Sperrungen und Auflagen setzt deshalb der Betreiber und nicht die Straßenverwaltung – die seit 2024 gesperrte Vorarlberger Rampe ist genau so ein Fall. Was am Kassenhäuschen und an den Schrankenanlagen angeschlagen ist, gilt; Kartenmaterial und Navigationsgeräte bilden diesen Zustand nicht ab.

Fahrerisch besteht die Strecke aus dicht gestaffelten Kehrenpaketen: mehrere Spitzkehren übereinander, dazwischen kurze Zwischenstücke, die kaum für den dritten Gang reichen. Wer hier am Tempo arbeitet, bremst die eigene Beschleunigung sofort wieder weg. Sinnvoller ist ein gleichmäßiger Rhythmus im zweiten Gang, früh eingeleitet, mit Blick auf den Kehrenausgang statt auf die Leitplanke. Die Kehreninnenseiten sind spürbar steiler als der Rest der Fahrbahn – ein zu eng gezogener Bogen kostet Zug und zwingt zum Nachschalten mitten in der Kurve.

Oben liegt der Stausee in einem offenen Hochtalkessel. Hier ist der Verkehr anders geartet als auf der Rampe: Reisebusse, parkende Pkw, Ausflügler, die zwischen Parkplatz und Staumauer über die Fahrbahn gehen. Der Höhenunterschied zum Talboden macht sich in der Kleidung bemerkbar, auch an Hochsommertagen – wer in Sommerhandschuhen und offener Jacke startet, sollte oben etwas nachzulegen haben. Nach nächtlichem Regen bleiben die Fahrbahnränder in den nordseitigen Kehren lange feucht, weil die Sonne dort erst spät hinkommt.

Montafon: Talkammer mit steilen Seitenrampen

Das Montafon ist eine Talkammer, kein Durchgangstal. Die Hauptachse zieht von Bludenz an der Ill entlang taleinwärts bis Partenen, und an ihrem Ende steht der Übergang ins Paznaun – sonst führt keine Straße hinaus. Diese Grundform bestimmt jede Tagesplanung im Tal: Man fährt hinein und wieder heraus, oder man nimmt den Übergang am Talschluss.

Die Talstraße selbst ist gut ausgebaut, breit und zügig, mit entsprechend viel Verkehr in der Saison. Der fahrerische Reiz liegt in den Seitenrampen, die vom Talboden abzweigen. Nach Silbertal geht es in ein enges Nebental, nach Gargellen in ein Hochtal, das mit dem Motorrad an seinem Ende aufhört, und auf die Terrasse von Bartholomäberg hinauf klettert eine schmale Straße mit engen Kehren über dem Haupttal. Diese Abzweigungen sind kurz, steil und bieten in den Spitzkehren keine Ausweichmöglichkeit – ein Gegenprogramm zur breiten Talstraße, das ein deutlich niedrigeres Tempo verlangt.

Prägend ist außerdem der Kraftwerksbau. Das Montafon ist seit Jahrzehnten Speicher- und Kraftwerksrevier, und die zugehörigen Betriebsstraßen, Baustellenzufahrten und Schwerlasttransporte sind Teil des Straßenbildes. Wo Werksverkehr auf die öffentliche Straße einbiegt, liegt regelmäßig Dreck auf der Fahrbahn.

Über Arlberg und Flexen nach Tirol

Zwischen Vorarlberg und dem übrigen Österreich liegt eine einzige durchgehende Straßenverbindung – und dieser Umstand prägt das Verkehrsaufkommen mehr als jede Steigung. Die Passstraße über den Arlberg trägt zusätzlich zum Ausflugsverkehr den Anteil, der den Tunnel meidet oder meiden muss. Ist die Tunnelröhre gesperrt, sammelt sich der komplette Ost-West-Verkehr auf der Bergstraße, inklusive Schwerverkehr. Für die Tagesplanung heißt das: Der Arlberg ist im Zweifel die verkehrsreichste Strecke des Landes, und der frühe Vormittag ist die verlässlichste Zeit, ihn ohne Kolonne zu fahren.

Die Abzweigung über den Flexenpass ist fahrerisch das Gegenstück: kürzer, enger, in den Hang gebaut. Charakteristisch sind die Lawinengalerien – halboffene Betonbauten, in denen die Fahrbahn zwischen Fensteröffnungen liegt.

Galerien und Tunnel im Blick behalten

Der schnelle Wechsel zwischen hell und dunkel ist die eigentliche Belastung dieser Abschnitte. Getönte Visiere und Sonnenbrillen kosten hier Sicht, und das Auge braucht beim Einfahren aus dem Gegenlicht spürbar Zeit. Dazu kommt: In Galerien und Tunneln bleibt die Fahrbahn feucht, auch wenn draußen alles trocken ist; Tropfwasser und fehlende Sonneneinstrahlung sorgen für dunkle, glatte Stellen genau in der Kurvenspur. Wer vor der Einfahrt bremst statt darin, hat das Problem nicht. Zwischen den Galerien reißt der Wind quer durch die Öffnungen – auf leichten Maschinen mit Gepäck ist das ein spürbarer Versatz.

Talenden ohne Durchfahrt

Das Kleinwalsertal ist der Sonderfall im Land: Es gehört zu Vorarlberg, hat aber keine Straßenanbindung an das übrige Bundesland. Die einzige Zufahrt führt aus dem bayerischen Allgäu über Oberstdorf ins Tal hinein, und am hinteren Talende hört die Straße auf. Damit ist jede Fahrt dorthin eine Stichfahrt mit identischem Rückweg – rund um Oberstdorf muss man in der Hauptsaison Ortsverkehr und Ausflugsverkehr einkalkulieren, bevor die eigentliche Talstraße beginnt.

Praktische Konsequenz für die Planung: Die Anfahrt läuft über deutsches Straßennetz, im Tal selbst gelten österreichische Verkehrsregeln. Eine Autobahn oder Schnellstraße gibt es im Tal nicht, die österreichische Vignettenpflicht greift auf dieser Strecke also nicht. Wer aus dem übrigen Vorarlberg kommt, fährt zwangsläufig über das Rheintal und das Allgäu – der Weg dorthin ist länger, als die Landkarte auf den ersten Blick nahelegt.

Ähnlich funktionieren die Stichstraßen in den hinteren Talschlüssen des Landes. Sie enden an einem See, einer Alpe oder einem Parkplatz, sind schmal, teils mit Linienbussen belegt und in Teilen mit Zufahrtsbeschränkungen versehen, die vor Ort ausgeschildert sind. Solche Abstecher lohnen sich als Ziel, nicht als Abkürzung.

Rheintal, Bodenseerand und der Rahmen der Saison

Der flache Teil des Landes ist der Gegenpol zu allem, was über tausend Meter liegt. Zwischen Bodenseeufer und Walgau reihen sich Ortsdurchfahrten, Kreisverkehre und Ampeln dicht aneinander; der Talboden ist dicht besiedelt und morgens wie am späten Nachmittag von Pendelverkehr belegt. Fahrerisch ist das kein Genuss, logistisch aber der schnellste Weg von einem Seitental ins nächste – und bei schlechtem Wetter in der Höhe die einzige Strecke, die verlässlich fahrbar bleibt.

Interessant wird der flache Teil abseits der Hauptachse. Entlang des Rheins verlaufen Dammstraßen und ruhige Nebenstrecken, die Brücken führen in kurzen Abständen in die Schweiz und nach Liechtenstein, und am Seeufer wechselt der Verkehr im Sommer den Charakter: Radfahrer, Fußgänger, querende Ausflügler. Wer hier zügig fahren will, ist auf der falschen Strecke; wer die Landesgrenzen sammeln oder abends noch einen ruhigen Ausklang fahren will, auf der richtigen.

Wintersperren und Randmonate

Die Hochstrecken des Landes sind Sommerstraßen. Die Silvretta-Hochalpenstraße und das Furkajoch werden über den Winter gesperrt und erst wieder freigegeben, wenn Schneeräumung und Sicherung abgeschlossen sind; die Übergänge, die Skiorte erschließen, werden dagegen durchgehend geräumt und bleiben mit Einschränkungen befahrbar. Feste Termine gibt es dafür nicht – der Zeitpunkt hängt am Schneejahr, und Lawinensperren können auch nach der Öffnung kurzfristig kommen.

In den Randmonaten fährt man deshalb mit einer zweiten Route im Kopf. Dazu kommen die typischen Frühjahrs- und Herbstbedingungen: Restsplitt in den Kehren, feuchte Fahrbahn in nordseitigen Abschnitten, die bis mittags nicht abtrocknen, und Bodenkälte am frühen Morgen, die bei zweistelligen Lufttemperaturen bereits für kalte Reifen sorgt. Die ersten Kilometer nach dem Start und die ersten Kehren nach einer langen Pause sind die Stellen, an denen das regelmäßig unterschätzt wird.

Pfänder, Rappenloch und Lünersee: die Ziele in Vorarlberg

Bodenseeufer, tiefe Schluchten, alpine Stauseen und gewachsene Bregenzerwald-Dörfer liegen in Vorarlberg dicht beieinander. Die folgenden Ziele lassen sich in Tagesrunden einbinden – jeweils mit Angabe, wie man hinkommt und wo das Motorrad steht.

Bregenz und der Pfänder (1.064 m). Die Landeshauptstadt liegt direkt am Bodensee und ist der ideale Startpunkt für die Region. Der Hausberg Pfänder erhebt sich unmittelbar über der Stadt; bei klarer Sicht überblickt man von oben den gesamten Bodensee und bis zu 240 Alpengipfel aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hinauf führt die Pfänderbahn in rund sechs Minuten – das Motorrad bleibt unten an der Talstation. Oben warten ein frei zugänglicher Wildpark, ein historisches Panoramarelief aus den 1930er-Jahren zum Gipfel-Bestimmen und Bergrestaurants mit Terrasse. Wer lieber fährt, nimmt die kurvige Pfänderstraße bzw. die Strecken Richtung Lochau und Eichenberg mit Seeblick.

Bregenzer Seebühne am Hafen. Direkt am Seeufer liegt die weltgrößte Seebühne, Hauptspielort der Bregenzer Festspiele. Ihre Geschichte reicht ins Jahr 1946 zurück, als zwei Kieskähne nahe dem Gondelhafen zur Opernbühne auf dem See umgebaut wurden. 2026 läuft das Festival vom 22. Juli bis 23. August mit Verdis „La traviata" als Premiere auf dem See. Auch ohne Festspielbesuch lohnt der Hafenbereich für einen Spaziergang und Seeblick – die monumentale Kulisse steht ganzjährig.

Rappenlochschlucht bei Dornbirn. Nur wenige Kilometer außerhalb von Dornbirn im Ortsteil Gütle liegt eine der größten Schluchten Mitteleuropas. Die rund 500 Meter lange Rappenlochschlucht und die anschließende Alplochschlucht sind durch ein Mergelbecken getrennt, in dem der Staufensee liegt – ein Stausee, der bereits 1899 zur Stromerzeugung angelegt wurde (Kraftwerk Ebensand am Südende). Die Schluchten sind frei zugänglich, im Winter (üblicherweise November bis April) wegen Wintersperre geschlossen. Das Gütle ist mit dem Motorrad gut erreichbar; ab dem Parkplatz geht es zu Fuß durch die Schlucht.

Bregenzerwald-Dörfer: Schwarzenberg und Bezau. Schwarzenberg gilt als eines der schönsten Dörfer des Bregenzerwaldes – ein gewachsener Dorfplatz mit traditionellen Holzhäusern. Hier steht das Angelika-Kauffmann-Museum in einem typischen Bregenzerwälderhaus aus dem 16. Jahrhundert, das an die berühmte Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807) erinnert; sie schuf mit sechzehn Jahren die noch heute sichtbaren Apostelmedaillons in der Pfarrkirche. Bezau ist der zentrale Ort im hinteren Bregenzerwald und Ausgangspunkt des historischen Wälderbähnle. Beide Dörfer liegen an der Achse über das Bödele bzw. die Bregenzerwaldstraße und sind klassische Einkehr- und Bummelstopps. Geparkt wird auf den Dorfparkplätzen, die Ortskerne sind kompakt.

Silvretta-Stausee und Bielerhöhe (2.032 m). Der türkis schimmernde Silvretta-Stausee liegt unterhalb der Bielerhöhe (2.032 m) in einer Mulde der Silvretta. Die Staumauer erreicht 80 Meter Höhe bei 432 Metern Kronenlänge; gespeist wird der See von der Ill aus dem Ochsentaler Gletscher. Wichtig für die Planung: Wegen der gesperrten Vorarlberger Auffahrt erreicht man die Bielerhöhe mit dem Motorrad derzeit nur über die Tiroler Seite (Galtür/Paznaun, mautfrei) oder von Vorarlberg aus über die Vermuntbahn – nicht über die eigene Straße.

Lünersee (1.970 m). Am Ende des Brandnertals liegt der tiefblaue Lünersee, ein alter Bergsee, der heute als Stausee genutzt wird. Bei Vollstau fasst er 78,3 Millionen Kubikmeter. Hinauf führt die Lünerseebahn ab Brand zur Bergstation auf rund 1.979 Metern; die Seilbahn wurde 2020 modernisiert. Das Motorrad parkt man an der Talstation im Brandnertal. Rund um den See verläuft ein Rundweg vor der Kulisse von Schesaplana und Seekopf – einer der schönsten Bergseen Vorarlbergs.

Formarinsee, Bodensee und die Pausenplätze auf den Jöchern

Vorarlbergs Reiz liegt im schnellen Wechsel der Landschaften – vom Seeufer auf 400 Metern bis zu hochalpinen Seen über 2.000 Metern. Ein paar Naturziele, die einen Halt rechtfertigen.

Formarinsee und Rote Wand (1.793 m). Der Formarinsee liegt am Ende des Zugertals oberhalb von Lech am Arlberg und entsteht jedes Jahr neu aus Schmelzwasser. Über ihm thront die Rote Wand (2.704 m), deren markantes rotes Kalkband dem Berg den Namen gibt. Formarinsee und Rote Wand wurden 2015 in der ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze" zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Der See ist Ausgangspunkt des Lechwegs und ein ruhiger Naturstopp abseits der Hauptstrecken.

Bodensee. Das Gegenstück zur Höhe: Auf rund 400 Metern liegt der Bodensee mit dem Vorarlberger Ufer bei Bregenz, Lochau und Hard. Seepromenaden, Hafen, kühlere Luft an heißen Tagen – ein angenehmer Ausklang nach den Pässen. Die Uferstraßen sind kurvenarm, aber landschaftlich schön und ideal zum Entschleunigen.

Höhenwetter und Pausenplätze. Vorarlberg liegt am Alpennordrand und ist staulagenempfindlich – der Bregenzerwald bekommt überdurchschnittlich viel Niederschlag, während bei Föhn (Druckunterschied zwischen Alpennord- und Südseite) oft den ganzen Tag die Sonne dominiert. Auf den Jöchern – Furkajoch, Hochtannberg, Bödele – kann es bei Föhn ruppig böig werden. Klassische Pausenplätze sind die Jausenstation am Furkajoch, die Passhöhe am Hochtannberg und die Bergstationen am Pfänder und am Lünersee. Im Frühsommer und im Herbst liegen morgens Bodenkälte und feuchte Stellen in den schattigen Kehren.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Silvretta-Stausee auf der Bielerhöhe zwischen den Bergflanken

Bielerhöhe mit Silvretta-Stausee

Scheitelpunkt der Silvretta-Hochalpenstraße: türkiser Stausee vor dem Silvretta-Kamm, dazu die 32 Kehren der Auffahrt. Klassischer Foto- und Kaffeestopp am höchsten asphaltierten Punkt der Region.

Anfahrt
Silvretta-Hochalpenstraße ab Partenen im Montafon; von der Tiroler Seite über Galtür im Paznaun. Mautpflichtige Panoramastraße.
Motorrad-Parken
Große Parkflächen direkt am Stausee auf der Bielerhöhe, Motorräder problemlos abzustellen.
Öffnungszeiten
Vorarlberger Auffahrt ab Partenen nach Murenabgängen bis voraussichtlich 2030 gesperrt; Bielerhöhe im Sommer nur von der Tiroler Seite über Galtür erreichbar
Höhe/Aussicht
Bielerhöhe rund 2030 m

Pfänder über Bregenz

Hausberg von Bregenz mit Vierländerblick über den Bodensee auf Deutschland, die Schweiz und Liechtenstein; bei klarer Sicht sind rund 240 Alpengipfel auszumachen.

Anfahrt
Mit dem Motorrad bis Bregenz am Bodensee, dann per Pfänderbahn hinauf; die Talstation liegt am Stadtrand.
Motorrad-Parken
Motorrad in Bregenz bzw. an der Talstation der Pfänderbahn abstellen, Auffahrt mit der Seilbahn.
Öffnungszeiten
Gipfelbereich frei zugänglich; Pfänderbahn mit eigenen Betriebszeiten
Höhe/Aussicht
Gipfel 1062 m; Talstation 419 m, Bergstation 1022 m
Passschild Flexenpaß 1773 m vor Bergpanorama

Flexenpass und Flexengalerien

In den Fels gebaute Lawinengalerien an der Steilflanke bei Zürs, im Kern seit 1897 in Betrieb. Markantes Straßenbauwerk und einer der fotogensten Passabschnitte am Arlberg.

Anfahrt
Flexenstraße (L 198) zwischen Rauz/Stuben am Arlberg und Zürs bzw. Lech.
Motorrad-Parken
Wenige Halte- und Aussichtsbuchten entlang der L 198; in den Galerien selbst kein Halten.
Öffnungszeiten
frei zugänglich; Zufahrt Lech/Zürs im Winter bei Lawinengefahr zeitweise gesperrt
Höhe/Aussicht
Passhöhe 1773 m

Schattenburg Feldkirch

Gut erhaltene Höhenburg über der Feldkircher Altstadt, um 1200 von den Grafen von Montfort errichtet. Im Inneren das größte Heimatmuseum Vorarlbergs mit umfangreicher Waffensammlung.

Anfahrt
In Feldkirch im südlichen Rheintal, oberhalb der Altstadt; Auffahrt vom Stadtzentrum.
Motorrad-Parken
Motorrad in der Feldkircher Altstadt oder den zentrumsnahen Parkgaragen abstellen, dann kurzer Anstieg zur Burg.
Öffnungszeiten
Museum April bis Oktober, täglich 10–17 Uhr

Lünersee im Brandnertal

Türkis leuchtender Stausee im Rätikon am Fuß von Schesaplana und Seekopf, mit rund 139 Metern Tiefe einer der markantesten Bergseen des Landes und ein lohnender Fotostopp.

Anfahrt
Durch das Brandnertal bis zur Talstation Schattenlagant oberhalb von Brand, dann mit der Lünerseebahn hinauf.
Motorrad-Parken
Parkplatz an der Talstation Schattenlagant im Brandnertal, Auffahrt mit der Seilbahn.
Öffnungszeiten
See frei zugänglich; Lünerseebahn saisonal mit eigenen Betriebszeiten
Höhe/Aussicht
Seespiegel rund 1970 m

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