Bodenseeufer, tiefe Schluchten, alpine Stauseen und gewachsene Bregenzerwald-Dörfer liegen in Vorarlberg dicht beieinander. Die folgenden Ziele lassen sich in Tagesrunden einbinden – jeweils mit Angabe, wie man hinkommt und wo das Motorrad steht.
Bregenz und der Pfänder (1.064 m). Die Landeshauptstadt liegt direkt am Bodensee und ist der ideale Startpunkt für die Region. Der Hausberg Pfänder erhebt sich unmittelbar über der Stadt; bei klarer Sicht überblickt man von oben den gesamten Bodensee und bis zu 240 Alpengipfel aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Hinauf führt die Pfänderbahn in rund sechs Minuten – das Motorrad bleibt unten an der Talstation. Oben warten ein frei zugänglicher Wildpark, ein historisches Panoramarelief aus den 1930er-Jahren zum Gipfel-Bestimmen und Bergrestaurants mit Terrasse. Wer lieber fährt, nimmt die kurvige Pfänderstraße bzw. die Strecken Richtung Lochau und Eichenberg mit Seeblick.
Bregenzer Seebühne am Hafen. Direkt am Seeufer liegt die weltgrößte Seebühne, Hauptspielort der Bregenzer Festspiele. Ihre Geschichte reicht ins Jahr 1946 zurück, als zwei Kieskähne nahe dem Gondelhafen zur Opernbühne auf dem See umgebaut wurden. 2026 läuft das Festival vom 22. Juli bis 23. August mit Verdis „La traviata" als Premiere auf dem See. Auch ohne Festspielbesuch lohnt der Hafenbereich für einen Spaziergang und Seeblick – die monumentale Kulisse steht ganzjährig.
Rappenlochschlucht bei Dornbirn. Nur wenige Kilometer außerhalb von Dornbirn im Ortsteil Gütle liegt eine der größten Schluchten Mitteleuropas. Die rund 500 Meter lange Rappenlochschlucht und die anschließende Alplochschlucht sind durch ein Mergelbecken getrennt, in dem der Staufensee liegt – ein Stausee, der bereits 1899 zur Stromerzeugung angelegt wurde (Kraftwerk Ebensand am Südende). Die Schluchten sind frei zugänglich, im Winter (üblicherweise November bis April) wegen Wintersperre geschlossen. Das Gütle ist mit dem Motorrad gut erreichbar; ab dem Parkplatz geht es zu Fuß durch die Schlucht.
Bregenzerwald-Dörfer: Schwarzenberg und Bezau. Schwarzenberg gilt als eines der schönsten Dörfer des Bregenzerwaldes – ein gewachsener Dorfplatz mit traditionellen Holzhäusern. Hier steht das Angelika-Kauffmann-Museum in einem typischen Bregenzerwälderhaus aus dem 16. Jahrhundert, das an die berühmte Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807) erinnert; sie schuf mit sechzehn Jahren die noch heute sichtbaren Apostelmedaillons in der Pfarrkirche. Bezau ist der zentrale Ort im hinteren Bregenzerwald und Ausgangspunkt des historischen Wälderbähnle. Beide Dörfer liegen an der Achse über das Bödele bzw. die Bregenzerwaldstraße und sind klassische Einkehr- und Bummelstopps. Geparkt wird auf den Dorfparkplätzen, die Ortskerne sind kompakt.
Silvretta-Stausee und Bielerhöhe (2.032 m). Der türkis schimmernde Silvretta-Stausee liegt unterhalb der Bielerhöhe (2.032 m) in einer Mulde der Silvretta. Die Staumauer erreicht 80 Meter Höhe bei 432 Metern Kronenlänge; gespeist wird der See von der Ill aus dem Ochsentaler Gletscher. Wichtig für die Planung: Wegen der gesperrten Vorarlberger Auffahrt erreicht man die Bielerhöhe mit dem Motorrad derzeit nur über die Tiroler Seite (Galtür/Paznaun, mautfrei) oder von Vorarlberg aus über die Vermuntbahn – nicht über die eigene Straße.
Lünersee (1.970 m). Am Ende des Brandnertals liegt der tiefblaue Lünersee, ein alter Bergsee, der heute als Stausee genutzt wird. Bei Vollstau fasst er 78,3 Millionen Kubikmeter. Hinauf führt die Lünerseebahn ab Brand zur Bergstation auf rund 1.979 Metern; die Seilbahn wurde 2020 modernisiert. Das Motorrad parkt man an der Talstation im Brandnertal. Rund um den See verläuft ein Rundweg vor der Kulisse von Schesaplana und Seekopf – einer der schönsten Bergseen Vorarlbergs.