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Vorarlberg

Motorradtouren in Vorarlberg

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Rund um den Säntis – Appenzellerland
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Panoramatour Arlberg
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Pässetraum Allgäu & Arlberg

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Motorrad-Guide Allgäu-Arlberg & Co. - Traumstraßen in den Nord-Alpen

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Über den Arlberg

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Damüls: die Doppeljoch-Drehscheibe für kompakte Runden

Die eigentliche Strecken-Besonderheit rund um Damüls ist nicht ein einzelnes Joch, sondern ihre Anordnung. Von diesem Dorf im südlichen Bregenzerwald zweigen zwei Pässe in unterschiedliche Täler ab — das Faschinajoch nach Süden ins Große Walsertal, das Furkajoch nach Westen ins Laternsertal. Damüls wird damit zur Drehscheibe: Man fährt über das eine Joch hinaus und über das andere wieder herauf und schließt so eine kompakte Acht, ohne einen Meter doppelt zu fahren. In einem Land, dessen Haupttäler meist als Sackgassen enden, ist diese Verschleifbarkeit zweier Übergänge die Ausnahme.

Drei Motorräder auf der Passstraße am Hochtannbergpass
Am Hochtannbergpass (1.676 m)

Der Reiz liegt im Kontrast der beiden Rampen. Das Faschinajoch ist die breitere, offener geführte Verbindung — flüssiges Schwingen, gutes Tempo, der schnelle Weg ins Große Walsertal. Das Furkajoch daneben ist enger und steiler, ausgesprochene Kurvenarbeit statt langer Bögen. Als Merksatz für die Reihenfolge: über das gemütlichere Faschinajoch hinein, über das anspruchsvollere Furkajoch heraus — oder umgekehrt, je nach Tageslaune. Wer den Kopf erst frei fahren will, nimmt zuerst die weiten Linien.

Nutzwert: Die Runde ist ein Baustein, kein Selbstzweck. Das Große Walsertal führt ruhig und wenig befahren hinunter in den Walgau und stellt dort den Anschluss an die Zubringer nach Klostertal und Montafon her. So lässt sich die Damüls-Acht sauber vor oder hinter eine Arlberg- oder Montafon-Etappe hängen — die kurvigste halbe Stunde des Tages, mitten im Streckennetz statt als Stichfahrt ins Nichts. Zu bedenken bleibt nur die Höhe der beiden Jöcher: Im Frühjahr geben sie die Saison spät frei, das Furkajoch mit seiner Wintersperre in der Regel als letztes.

Bödele-Höhenstraße: der Panorama-Einstieg aus dem Rheintal

Wer aus dem Rheintal oder vom Bodensee kommt und in den Bregenzerwald will, hat zwei Wege: die flache Hauptroute über Alberschwende und Egg — oder die kurze, kurvige Bödele-Höhenstraße direkt über Dornbirn. Die zweite ist der reizvollere Einstieg. In wenigen Kilometern steigt sie vom Talboden auf die erste Höhenstufe des Bregenzerwaldes, mit weitem Blick zurück über Dornbirn, das Rheintal und den Bodensee, und fällt auf der Rückseite nach Schwarzenberg ab. Als Auftakt einer Bregenzerwald-Runde ersetzt sie den unspektakulären Talanstieg durch echte Kurven und Aussicht — und lässt sich mit der Hauptroute zu einer sauberen Schleife verbinden, hinauf über das Bödele, zurück über Alberschwende.

Der Haken ist die Beliebtheit. Oben liegen ein kleines Ski- und Ausflugsgebiet und Dornbirns Hausberg-Terrain, entsprechend voll ist die Straße an schönen Wochenenden — Ausflugsverkehr, Radfahrer, Fußgänger an den Aussichtspunkten. Früh am Morgen oder unter der Woche fährt sich die Rampe deutlich freier. Ihr zweiter Vorzug ist der Termin: Die Strecke hat keine Wintersperre und bleibt mit ihrer moderaten Höhe befahrbar, wenn die hohen Jöcher im Frühjahr noch zu sind — ein guter Warmfahr-Kilometer, solange Silvretta, Furka- und Hochtannbergpass die Saison noch nicht freigegeben haben.

Kleinwalsertal: Österreichs Straßen-Enklave am Allgäu

Das Kleinwalsertal ist der kurioseste Sonderfall im Vorarlberger Straßennetz. Politisch gehört das Hochtal zu Österreich, eine Straßenverbindung ins übrige Vorarlberg hat es aber nicht: Die einzige Zufahrt kommt aus dem bayerischen Oberstdorf und führt durch die enge Klamm der Walserschanze ins Tal — dieselbe Engstelle, an der früher der Zoll saß. Historisch war das Kleinwalsertal als Zollanschlussgebiet eng an Deutschland gebunden und ist wirtschaftlich bis heute nach Norden ausgerichtet. Bezahlt wird auf beiden Seiten in Euro, der Grenzübertritt ist im Sattel nicht mehr zu spüren.

Eine Maut kostet die Einfahrt nicht — die Talstraße ist frei befahrbar. Die eigentliche Eigenheit ist der Sackgassen-Charakter: Von Riezlern zieht die Straße über Hirschegg und Mittelberg sanft am Lauf der Breitach aufwärts bis Baad und endet dort. Kein Übergang, keine Passhöhe, kein Anschluss zurück nach Vorarlberg. Wer hineinfährt, kommt auf demselben Weg wieder heraus.

Nutzwert: Das Kleinwalsertal ist kein Durchfahr-, sondern ein Stichfahrt-Revier. Als ruhiger Hochtal-Abstecher aus dem Allgäu heraus lohnt es sich, in eine Vorarlberg-Runde über Arlberg und Bregenzerwald passt es aber nicht als Verbindungsstück — es liegt am deutschen Rand und bleibt ein eigener Ausflug mit Hin- und Rückweg. Am sinnvollsten fährt man es von einem Standquartier im Allgäu an, nicht als Etappe einer Vorarlberg-Durchquerung. Die Straße bleibt ganzjährig offen, im Winter tragen allerdings die Skiorte kräftig Verkehr auf.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche in Vorarlberg

Fünf Rundkurse als Gerüst für eine Woche. Start- und Endpunkt lassen sich in der jeweiligen Region frei wählen; Kilometer und Zeiten sind Richtwerte ohne lange Pausen. Die Silvretta und die Bielerhöhe tauchen nur als Stichfahrt über Tirol auf, weil die durchgehende Vorarlberger Auffahrt gesperrt ist. Runde 1 – Bregenzerwald & Hochtannberg (ca. 130 km, 3–4 Std.). Ab Dornbirn oder Bregenz über das Bödele nach Schwarzenberg, weiter durch den Bregenzerwald über Egg, Mellau und Au, dann hinauf über den Hochtannbergpass nach Warth und zurück. Highlight: die offene Panoramastrecke am Hochtannberg samt Lawinengalerien. Einkehr: Dorfgasthöfe in Schwarzenberg oder Mellau, Passhöhe Hochtannberg. Runde 2 – Montafon mit Stichfahrt Bielerhöhe (ca. 150 km, 4–5 Std.). Ab Bludenz ins Montafon bis Partenen, mit Abstecher zum Bergbaumuseum Silbertal. Da die Silvretta-Hochalpenstraße auf Vorarlberger Seite gesperrt ist, wird die Bielerhöhe nur als Stichfahrt über Tirol (Galtür/Paznaun, mautfrei) angefahren – das verlangt einen Umweg über den Arlberg und das Stanzertal. Wer den Aufwand scheut, lässt die Bielerhöhe weg und genießt das Montafon-Tal. Einkehr: Gasthäuser im Montafon, Bielerhöhe (Tiroler Seite). Runde 3 – Großes Walsertal & Faschinajoch (ca. 120 km, 3–4 Std.). Ab Bludenz oder dem Walgau hinauf über das Faschinajoch nach Damüls, weiter über das Furkajoch hinab nach Laterns und zurück ins Rheintal. Highlight: die Kombination zweier Jöcher mit der steilen Furkajoch-Rampe. Einkehr: Jausenstation am Furkajoch, Gasthöfe in Damüls. Runde 4 – Arlberg & Klostertal (ca. 120 km, 3 Std.). Ab Bludenz durch das Klostertal nach Langen, über die kehrenreiche Westauffahrt zum Arlbergpass (mautfreie Bergstraße, nicht den Tunnel!) nach St. Anton und zurück. Optionaler Abstecher von Lech zum Formarinsee. Highlight: die neun Kehren der sanierten Arlberg-Westrampe. Einkehr: St. Christoph, Stuben, Lech. Runde 5 – Bodensee & Pfänder (ca. 90 km, 2–3 Std.). Die ruhige Genussrunde: Ab Bregenz am Bodensee-Ufer über Lochau, hinauf zum Pfänder-Gebiet über Eichenberg und die kurvigen Höhenstraßen, mit Drei-Länder-Blick, zurück über Hard. Ideal als Anreise- oder Abreisetag oder bei durchwachsenem Wetter. Einkehr: Bergrestaurants am Pfänder, Seepromenade Bregenz.

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